VERWALTUNGSREFORM TRIFFT KUNSTPROJEKT

Am 1. Januar 1975 tritt im Münsterland eine Jahrhundertreform in Kraft: Zahlreiche Grenzen von Kommunen und Landkreisen werden verschoben. Die Gebietsreform, eigentlich ein Verwaltungsakt, gräbt sich tief in das kulturelle Selbstverständnis der Region ein. Anlässlich des 50. Jubiläums hat das Kulturbüro Münsterland fünf Kunstprojekte eingeladen, der Neugliederung im Münsterland und ihren Auswirkungen bis heute nachzuspüren. Die Ergebnisse stellten die Künstlerinnen und Künstler in der dezentralen Präsentationswoche vom 7. bis 11. Mai vor.

Weitere Infos zur Gebietsreform findest du weiter unten.

RÜCKBLICK - DAS WAR "SCHILDERWECHSEL"

DIE PROJEKTE

DIE REFORM

Die Gebietsreform der 1960er- und 1970er-Jahre stellt die größte Umstrukturierung der Verwaltung und der Gebiete der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen dar. Die historisch gewachsenen Strukturen und Grenzen der Gemeinden sollten neu überdacht und an Vorstellungen der Raumplanung angepasst werden. Indem größere Strukturen geschaffen wurden, sollte die Verwaltungskraft der Kreise und Gemeinden gestärkt werden. In Nordrhein-Westfalen wurde in dem Zusammenhang die Zahl der Gemeinden von 2.365 in mehreren Etappen bis 1975 auf 396 reduziert.

„Diese gravierenden territorialen Veränderungen sind nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass es sich dabei nicht um Folgen einer militärischen Auseinandersetzung handelte, sondern sie auf demokratischem Weg erzielt wurden, sehr erstaunlich.“ 

(Sabine Mecking: Regionale Disparitäten, Raumordnung und das Ideal der Chancengerechtigkeit in Westdeutschland, Berlin/Boston 2017, S. 87. )

Das „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Münster/Hamm (Münster/Hamm-Gesetz)“ vom 9. Juli 1974 ordnete die Gebietsreform in der Region um die Städte Münster und Hamm auf der kommunalen Ebene an. Das Gesetz trat am 1. Januar 1975 in Kraft. Im Münsterland gab es folgende Neuordnungen:

-    Zahlreiche Städte wurden neu gebildet (aus ehemaligen Städten und Gemeinden, z.B. Nottuln, Dülmen, Steinfurt).
-    Aus dem Altkreis Münster wird die kreisfreie Stadt Münster. Sie wird um die Umlandgemeinden Albachten, Amelsbüren, Angelmodde, Handorf, Hiltrup, Nienberge, Roxel, Sankt Mauritz und Wolbeck erweitert.
-    Im Bereich der Kreise wurden gebildet:
     •    der Kreis Warendorf als Nachfolger der Kreise Beckum und Warendorf,
     •    der Kreis Steinfurt als Nachfolger der Kreise Steinfurt und Tecklenburg,
     •    der Kreis Coesfeld als Nachfolger der Kreise Coesfeld und Lüdinghausen,
     •    und der Kreis Borken als Nachfolger der Kreise Ahaus und Borken unter Einschluss der bislang kreisfreien Stadt Bocholt

Die kommunale Gebietsreform war weit mehr als ein reiner Verwaltungsakt. Sie darf durchaus als „schöpferische“ und strukturpolitische Maßnahme begriffen werden, die stark das Leben und Zusammenleben der Menschen eingegriffen hat. Man wollte räumlich und gesellschaftlich optimale Bedingungen für die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft schaffen – vom preußisch geprägten Verwaltungsstaat zum modernen Leistungs-­ und Vorsorgestaat. Ob die Gebietsreform ein Erfolg war, ist damals wie heute umstritten.

"Die starke Verringerung der kommunalen Verwaltungseinheiten in Nordrhein-Westfalen hat zu einem erheblichen Rückgang der kommunalen Mandatsträger geführt und damit anstelle der gewünschten Bürgernähe einen großen Verlust bürgerschaftlicher Mitwirkung mit sich gebracht."

(Alois Mayr: Begleittext zum Doppelblatt: Staatliche und kommunale Verwaltungsgliederung, Münster 1990, S. 20.)

Unsere Kooperationspartner

Burg Hülshoff – Center for Literature (CfL) | Havixbeck (Kreis Coesfeld) | burg-huelshoff.de
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | Hörstel (Kreis Steinfurt) | da-kunsthaus.de
FARB, Forum Altes Rathaus Borken | Borken (Kreis Borken) | farb.borken-nrw.de
Filmwerkstatt Münster | Kreisfreie Stadt Münster | filmwerkstatt-muenster.de
Kulturgut Haus Nottbeck | Oelde-Stromberg (Kreis Warendorf) | kulturgut-nottbeck.de
Theater im Pumpenhaus | Kreisfreie Stadt Münster | pumpenhaus.de

FÖRDERER

„Schilderwechsel“ wurde gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW (Förderprogramm RKP – Regionales Kultur Programm NRW), die Volksbank Westmünsterland eG, die Werte-Stiftung-Münsterland und die Stiftung Kunst & Kultur Münsterland. Weiter wurde das Projekt von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 „1250 Jahre Westfalen" gefördert. Schirmherr dieses Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Ansprechpartnerin

Laura Säumenicht
© Münsterland e.V./Anja Tiwisina
Laura Säumenicht
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