Kreislaufwirtschafts-Pioniere
Die vorgestellten Kreislaufwirtschafts-Pioniere stammen aus unterschiedlichen Kontexten und Programmen, die die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaftsweise im Münsterland aktiv vorantreiben. Die Best-Practice-Geschichten machen sichtbar, wie vielfältig Ansätze, Akteure und Impulse in der Region sind.
Ein Teil der Beispiele ist im Rahmen des Projekts Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland entstanden. Diese Praxisbeispiele zeigen konkrete Umsetzungswege, Pilotvorhaben und unternehmerische Lösungen, die direkt aus der regionalen Projektarbeit hervorgegangen sind.
Weitere Pioniergeschichten haben ihren Ursprung im Projekt Grünes Gründen Münsterland. Im Fokus stehen hier innovative Gründungsideen und junge Unternehmen, die Ressourceneffizienz und zirkuläre Ansätze von Beginn an in ihre Geschäftsmodelle integrieren.
Ergänzt wird die Sammlung durch Praxisbeispiele von Netzwerkpartnern, darunter die Effizienz-Agentur NRW sowie das Projekt Two4C. Diese Beiträge spiegeln externe Impulse, überregionale Erfahrungen und bewährte Ansätze wider, die für die Region Münsterland von besonderer Relevanz sind.
Zudem fließen Beispiele aus der Fachhochschule Münster ein. Diese zeigen, wie Forschung, Lehre und Transfer zur Entwicklung und Erprobung zirkulärer Lösungen beitragen und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis stärken.
Die Unterteilung der Pioniergeschichten macht transparent, aus welchem Projekt- oder Partnerkontext die jeweiligen Beispiele stammen, und verdeutlicht zugleich die breite Zusammenarbeit, auf der die Kreislaufwirtschaft im Münsterland aufbaut.
Pioniere aus der Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland
Die hier vorgestellten Kreislaufwirtschafts-Pioniere sind im Rahmen des Projekts Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland entstanden. Die Praxisbeispiele zeigen Unternehmen und Initiativen aus dem Münsterland, die konkrete Schritte in Richtung zirkulärer Wertschöpfung gehen und innovative Lösungen für einen effizienteren Umgang mit Ressourcen entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen umgesetzte Maßnahmen, erprobte Ansätze und regionale Kooperationen, die im Projektverlauf begleitet, unterstützt oder initiiert wurden. Die Beispiele verdeutlichen, wie Kreislaufwirtschaft im Münsterland praxisnah umgesetzt wird und welche Potenziale sich daraus für Wirtschaft und Region ergeben.
Gründerstories aus dem Projekt Grünes Gründen Münsterland
Zukunftsfähige Geschäftsideen prägen die Zukunft des Münsterlands. Das Projekt Grünes Gründen Münsterland zeigt innovative Unternehmen, die mit umweltfreundlichen Konzepten wirtschaftlichen Erfolg und Ressourcenschonung vereinen. Entdecke inspirierende Gründerstorys, die die Transformation hin zum zirkulären Wirtschaften mitgestalten.
Praxisbeispiele für Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft
Erfolgreiche Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen setzen auf nachhaltige Lösungen und machen Ressourceneffizienz zum Wettbewerbsvorteil. Die Praxisbeispiele der Effizienz-Agentur NRW zeigen, wie Betriebe durch innovative Konzepte Materialeinsatz und Abfall reduzieren, Kreisläufe schließen und ihre Wirtschaftlichkeit steigern. Inspirierende Projekte für eine zukunftsfähige Unternehmensführung.
Best Practices aus dem Handwerk
Das Programm Two4C der Handwerkskammer Münster (Leadpartner Two4C) unterstützt KMU bei einem erfolgreichen Übergang von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der nachhaltigen Gestaltung des verarbeitenden Gewerbes in der deutsch-niederländischen Grenzregion. Ziel ist es, grenzüberschreitende Maßnahmen zu initiieren und umzusetzen. Hierfür stehen insgesamt 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. Two4C hat eine Laufzeit von 2023 bis 2026 und wird durch das Interreg VI-Programm Deutschland-Niederlande unterstützt.
Mit dem Projekt Two4C machen Unternehmer einen wichtigen Schritt in Richtung einer Kreislaufwirtschaft. Das Best-Practice Beispiel "Kreislauffähige Cargobikes - Cargo Cycling & Nijland Cycling" konzentriert sich auf die Verlängerung der Nutzungsdauer von Lastenfahrrädern durch die Wiederverwendung von mindestens 60 Prozent der Metallteile für neue oder instandgesetzte Fahrräder. Durch diese Kaskadennutzung wird das Müllaufkommen verringert und der CO₂-Ausstoß im Vergleich zur Neuproduktion von Rahmenbauteilen gesenkt. Hier gehts zum Video.
Best Practices aus der Fachhochschule Münster
Die folgenden Best-Practice-Beispiele sind im Umfeld der Fachhochschule Münster entstanden und zeigen anwendungsnahe Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Vorgestellt werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus den Bereichen zirkuläres Bauen, Materialkreisläufe und neue Nutzungs- und Geschäftsmodelle, die gemeinsam mit Praxispartnern erprobt werden. Die Beispiele verdeutlichen, wie wissenschaftliche Expertise, experimentelle Umsetzung und reale Anwendungsfälle miteinander verbunden werden, um konkrete Beiträge zur Transformation hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise im Münsterland zu leisten.

Best Practice: LinLoop
LinLoop von der Lindner Group ist ein praktisches Konzept für zirkuläre Geschäftsmodelle im Bauwesen, das Unternehmen flexible Optionen zur Nutzung und Rückführung von Ausbauprodukten anbietet. Unter dem Ansatz können Systemprodukte wie Boden-, Decken- und Trennwandsysteme entweder über befristete Mietverträge genutzt oder mit einer Rückgabevereinbarung nach 10 bis 30 Jahren erworben werden. Durch die Rückgabe ermöglicht LinLoop eine Wiederverwendung und Verwertung von Materialien, wodurch Abfall reduziert und Ressourcen geschont werden. Diese Modelle verbinden ökologische Ziele mit ökonomischen Vorteilen und unterstützen eine ressourcenschonende Umsetzung von Bauprojekten.

Best Practice: ProGeo-UP – Kreislaufschließung bei Geokunststoffen
Das Projekt ProGeo-UP der Fachhochschule Münster entwickelt Lösungen zur vollständigen Kreislaufschließung von Geokunststoffen, die bisher überwiegend aus Primärrohstoffen bestehen und nach der Nutzung häufig energetisch verwertet werden. Ziel ist die technische Entwicklung eines zerstörungsfreien Rückbaus, die mobile Voraufbereitung vor Ort und die Integration der gewonnenen Rezyklate zurück in Produktionsprozesse. Parallel wird ein digitaler Lebenszyklus-Daten-Tool aufgebaut, um Akteure entlang der Wertschöpfungskette mit relevanten Informationen zur Kreislaufschließung zu versorgen und die Zusammenarbeit zu erleichtern. Ergänzt wird dies durch die Entwicklung eines Geschäftsmodells, das ökologische und ökonomische Aspekte der Kreislaufwirtschaft bei Geokunststoffen verbindet.

Best Practice: Rückbaufähige Deckensysteme
Brüninghoff entwickelt rückbaufähige Holz-Beton-Verbunddeckenelemente (HBV), mit denen hybride Bauteile nach dem Einbau wieder demontiert und in neuen Projekten erneut verwendet werden können. Durch neu entwickelte Verbinder und eine optimierte Kerve lässt sich der Verbund von Holz und Beton sortenrein trennen, was sowohl Re-Use als auch Recycling ermöglicht. Dieser Ansatz reduziert den Einsatz von Primärbeton, verringert den Rohstoffbedarf und senkt die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Massivbetondecken, während die statische Tragfähigkeit erhalten bleibt. Die Praxistauglichkeit des Kreislaufkonzepts wurde in umfangreichen Rückbauversuchen bestätigt, wodurch ein zweiter Lebenszyklus für die Deckenelemente realisiert werden kann.

Best Practice: Ressourceneffizienten Innenausbau
Das Beispiel der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) zeigt einen ressourceneffizienten Innenausbau, bei dem ein bislang ungenutztes Bürogeschoss mit gebrauchten Materialien zu einer modernen Arbeitswelt umgebaut wurde. Dabei wurden gebrauchte Möbel und Bauteile aus früheren Nutzungen aufbereitet und integriert, wodurch im Vergleich zum Einsatz von Neumaterialien CO₂-Emissionen sowie der Wasserverbrauch verringert werden konnten. Die Zusammenarbeit mit einem Innenausbauspezialisten nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip macht den Umbau zu einem Inspirationprojekt für ressourcenschonendes Bauen und Wiederverwendung im Bauwesen. Dieses Projekt soll andere Unternehmen ermutigen, ähnliche Ansätze zur Abfallvermeidung und Kreislaufnutzung in ihren Bauvorhaben aufzugreifen
Praxisbeispiele aus ganz Deutschland

Praxisbeispiele aus ganz Deutschland zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in unterschiedlichen Branchen erfolgreich umgesetzt wird – von zirkulären Geschäftsmodellen über innovative Recyclinglösungen bis hin zu ressourceneffizienten Produktionsprozessen. Die Best Practices werden im Rahmen der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) der Bundesregierung veröffentlicht und veranschaulichen konkrete Lösungsansätze für die Transformation zu einer Circular Economy. Die Plattform bietet Unternehmen, Kommunen und weiteren Akteuren praxisnahe Impulse und Orientierung für die Umsetzung eigener zirkulärer Vorhaben.

Das Projekt "Kreislaufwirtschaft Münsterland" wird mit Mitteln der Europäischen Union und vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

















